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April 15, 2010

Die FAZ und die schöne neue Welt

Filed under: Uncategorized — netzleben @ 10:52 am

Ich wohne im Frankfurter Raum und geniesse nach einiger Zeit in der Provinz die Auswahl an Tageszeitungen, die eine Großstadt bietet.
Wie die Zeit neulich berichtete steht Frankfurt ja auch gar nicht so schlecht da, deutschlandweit.
Und bei aller Kritik an Schirrmachers Angst vor dem dummmachenden Internet und dem teilweise doch arg konservativen Bias der FAZ – so eine richtige Alternative findet sich in Frankfurt leider nicht – bei allem aufdeckerischen Ehrgeiz der FR – die FAZ Artikel sind einfach spannender in Ihrer streitbarkeit.
Ich sehe mich nicht wirklich selbst als Blogger, bei meiner Post-Frequenz, mehr als aktiven Leser.
Und als solcher musste ich bis heute warten, bis auf diesen eher dümmlichen Verriss der deutschen Blogosphäre so etwas wie eine Antwort auftauchte.
Neben solchen Ausfällen findet man aber auch immer wieder Glanzlichter: Für mich der gerade erschienene Gastartikel von David Gelernter mit dem schönen Titel „Die E-Book-Plage“.

Auf den ersten Blick könnte man wieder denke: Ein stumpfer Verriss, ein Loblied eines Bibliophilen auf die Druckkunst.
Auf den zweiten Blick: Genau das, was ich zu eBooks denke: Warum soll ich dreistellige Beiträge für ein Gadget ausgeben, danach nochmal den gleichen Preis wie für ein gedrucktes Buch für ein paar Bits und Bytes die nach Murphys Gesetz mit der nächsten Geräte Generation nicht mehr lesbar sein werden?
Und unterschwellig klingt für mich das kommende Geschäftsmodell an – und bei allen Vergleichen mit Musikbranche und Phänomenen mit Napster & ITunes – hier kann die Buchbranche, wenn Sie etwas flexibler ist als die Big-Player in der Musikindustrie Kunden wie mich glücklich machen: Für mich ist die Erfindung der Vinylplatte mit MP3-Downloadcode bzw. beigelegter CD die ultimative Form des Musikvertriebs. Und dafür bezahle ich egrne 1-2 Euro mehr.
Wenn ich zu einem Buch für einen kleinen Aufpreis auch das eBook bekommt, den haltbaren, praktischen, gedruckten Artikel im Regal hab und zum schnellen lesen und -gerade bei Fachbüchern wichtig – überall parat haben ein eBook auf dem Reader habe – dann sehe ich Zukunft für’s ebook.
Und dann bin ich auch bereit dreistellige Summen in ein Gadget, das ich bislang nicht wirklich brauche zu investieren.
Mal gucken, was kommt. Nach aller Erfahrung mit etablierten Branchen sollte man aber wohl eher mit der Wiederkehr des ewig Gleichen rechnen. Wär doch gelacht wenn die Verlage nicht alle Fehler der Musikindustrie wiederholen würden.
Ein Tipp: Fragt mal die Kunden, was sie wollen. Nicht euch selbst, was für euch eine perfekte Welt wäre.

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